Sonntag, 8. August 2010

Von Berlin nach Usedom, ein Fazit

Vier Tage, 210 Kilometer, drei Übernachtungen und eine Sprühdose Kettenspray; ich glaube es ist Zeit für eine kleine Zusammenfassung. Auch heute noch, einen Tag nach der Ankunft in meiner Heimat schmerzen noch immer meine Beine, aber das war es Wert!



Die Strecke ist im Gesamtblick wirklich super ausgebaut (zumindest soweit wir sie gefahren sind) und auch bis auf wenige Ausnahmen gut ausgeschildert. In Meck-Pom sind die Schilder allerdings erheblich auffälliger platziert, werden öfter wiederholt und größer. In Brandenburg weisen oft nur kleine Zusatzschilder den Weg. Aber ganz ehrlich, ohne meinen eTrex hätten wir uns doch des öfteren verfahren und so einige Kilometer Umwege hinnehmen. Also gutes Kartenmaterial ist Pflicht (bzw. elektronische Hilferlein)! Auf der Strecke gab es zwei Umleitungen, wobei man eine kaum bemerkte, da diese gut ausgeschildert war. Die zweite war da schon kniffliger, da nur ein etwas verwirrender (und zudem kleiner) Zettel an den Pfahl geklebt war. Auffällig auch die roten Pfeile und die roten Bänder, die uns die ganze Strecke begleitet haben. Die Länge der Etappen fand ich ganz gut dosiert, obwohl am ersten Tag mehr drin gewesen wäre und am dritten Tag die Puste echt aus war.


Tag

Ziel

Stecke

Fahrtschnitt

reine Fahrzeit

Gesamtschnitt

Meine Bewertung

1

Joachimsthal

44,4km

16,1 km/h

2h 45min

12,8 km/h

1-

2

Prenzlau

66,3km

16,2 km/h

4h 5min

11,9 km/h

2

3

Ueckermünde

73,7km

15,3 km/h

4h 49min

11,1 km/h

3

4

Ahlbeck

21,0km

13,0 km/h

1h 40min

10,1 km/h

1

Neben der Strecke gibt es eigentlich immer etwas zu entdecken. Man fährt Anfänglich hauptsächlich durch Wälder. Nach und nach geht das ganze in Felder und Wiesen über, man passiert auch des öfteren Seen und Flüsse. Auf jeden Fall muss ich die Tour noch einmal mit eher Fotoentusiastischen Menschen unternehmen, da meine Mitstreiter auf dieser Tour leider eher genervt auf Zwischenstopps reagiert haben. Die Strecke selbst führt meist über asphaltierte Radwege, teils durch Wald und Flur, andererseits auch mal direkt neben einer Straße. Eher selten gibt es Feldwege (hauptsächlich zwischen Prenzlau und Pasewalk) oder direkt Straßen zu bewältigen. Nur die Zubringer zu den Autobahnüberfahrten sind ausnahmslos eine Katastrophe!

Die Unterkünfte waren von Tag zu Tag Grund verschieden. Am Besten hat es mir in Prenzlau gefallen. Die Zimmer waren super eingerichtet, alles war sauber und sehr gepflegt. Die Besitzer sehr nett und freundlich. Eher negativ viel da Joachimsthal auf, Reinlichkeit war da nicht die Stärke der Inhaber. Nüchtern und praktisch ging es in Ueckermünde zu, die Besitzer etwas mürrisch.


Ort

Name der Unterkunft

Link

Meine Bewertung

Joachimsthal

Zum Kaiserbahnhof

Klick

4-

Prenzlau

Zum Ollen Voss

Klick

1+

Ueckermünde

Zur grünen Heide

Klick

2-


Mensch und Material waren gefordert und haben gehalten, wir hatten keine Pannen und haben keine (nenneswerten) Verletzungen. Die Ortlieb Taschen sind nach dieser Erfahrung echt eine Spitzenerfindung! Der eTrex hat sich mal wieder bewährt und ist weiterhin eines meiner Lieblingsspielzeuge.



Alles in allem waren es super schöne Tage und auch das Wetter war uns hold. Ich würde und werde die Strecke auf jeden Fall nochmals fahren!

Ein Tag am Meer

Gestern stand der letzte Tag an. Nach einem sehr zeitigen Frühstück ging es auf in Richtung Fähre nach Kamminke. Zum Glück war die Pension nicht allzu weit von der Fähre entfernt, so konnte man wenigstens halbwegs ausschlafen.

Die Überfahrt war etwas rau, da es ziemlich windig war. Aussicht gab es leider auch keine,


da die Gischt immer wieder gegen die Fenster preschte und auch Fahrräder davor standen. Aber genügend Zeit zum Bloggen, da die Fähre 80 Minuten braucht.

Angekommen in Kamminke ging es auf die letzten 15 Kilometer. Diese hatten es aber tatsächlich in sich! Wer schon einmal auf Usedom Rad gefahren ist, weiß, dass ist ein Mekka für Bergfahrer. Nicht etwa gerade und flach,


wie man es vielleicht erwarten würde, im Gegenteil: es geht ständig auf und ab, und das mit Steigungen bei denen es auch bei mir hieß, absteigen, schieben. Nur 15km bis Ahlbeck, aber wenn man ankommt Schmerzen die Beine, als hätte man 100 Kilometer hinter sich.

Aber aller Schmerz ist sofort vergessen, wenn man das erste mal das Rauschen der Ostsee hört. Das Ziel ist erreicht und die See begrüßt uns rau!

YouTube Video

Stürmisch ging es zu, baden verboten. Schade, denn das Wasser war recht angenehm! Nach obligatorischen Strandspaziergang und der noch viel wichtigeren Seebrückenbestaunung ging es dann Richtung Heringsdorf zum Mittagessen direkt auf der Brücke.



Gerne hätten wir noch mehr Zeit am Strand verbracht, aber leider machte uns das Wetter einen fetten Strich durch die Rechnung, denn es begann zu regnen, also auf zum Bahnhof.

Die Zugreise war eine absolute Katastrophe, vier Stunden auf der Treppe sitzen, macht echt überhaupt keinen Spaß.

Heute Abend gibt's dann ein Gesamtfazit,

Bis dahin Tschüssi,
Marco

Samstag, 7. August 2010

Ahoi von der Fähre nach Kaminka

Hallo Blogfreunde,
ich Sitz grad auf der Fähre und versuche das Geschehen von gestern zusammenzufassen, aber vorab, wir haben heute ganz
schön Seegang, dadurch ist die Kleine Schunkel ganz gut am Schaukeln. Aber ich tue trotzdem mein Bestes!

Nach einem guten Frühstück und einem netten Abschied, ging's von Prenzlau auf Richtung Pasewalk.


Man ist ja ständig am Hoffen, jetzt wird's flacher, aber wieder Irrtum vom Amt! Kurz hinter Prenzlau dann gleich der nächste Schock: Umleitung, spätestens hier wäre ohne gute Karte bzw. einem Navigation Schluß gewesen, aber zum Glück hat uns der eTrex sicher ans Ziel gebracht. Bis Pasewalk geht's meist über wenig befahrene Landstraßen, durch, sagen wir mal, "idyllische" Dörfer. Ab und zu erhascht man einen Blick ins U(e)ckertal, wirklich super


nette Ausichten. Ab und an kreuzt man die Ucker oder deren Zuflüsse, schön anzusehen.

Plötzlich ist man, ohne jeglichen Hinweis in Meck-Pom, da hätte man ja mal in ein Schild investieren können. Hinter Schmarsow (nahezu alle Orte in der Gegend enden auf ow, wer kann's erklären?) geht's dann auf Feld und und Zuckersandwegen (das erste mal auf der Tour etwas schechter) über die A20 bis nach Pasewalk. Danach geht's bis Torgelow immer neben einer stark befahrenen Bundesstraße entlang, extrem nervig!

Danach wird's wieder ruhiger und nach im letzten Teil qualvollen 74km sind wir am Ziel der Etappe.

Die Fahrräder haben alles gut überstanden, die Fahrer sehen da schon anders aus. Ein abendlicher Ausflug nach Ueckermünde war schon nur noch im stehend fahren möglich.

Die Unterkunft war schlicht, aber gut gepflegt, dass essen günstig und reichlich. Am Abend wurde dann noch 'ne Runde Romee gekloppt und dann war Schicht im Schacht.

Heute Abend geht's schon wieder nach Hause, nachdem wir (hoffentlich) in Ahlbeck angekommen sind, da wir ja für den letzten Tag keine Unterkunft bekommen hatten.

Dann bis heute Abend,
Marco

Freitag, 6. August 2010

Der Tag der Leiden


Müdigkeit und schmerzende Beine haben mich gestern Abend vom schreiben abgehalten, daher erst heute früh mein Bericht von gestern.

Man sollte ja meinen, je weiter man nach Norden kommt um so flacher wird das Ganze,


aber weit gefehlt! Gestern ging es immer hoch, hoch und vielleicht einmal runter (zumindest gefühlt). Das mag auf den ersten 50km auch noch ganz witzig sein und man wird ja auch häufig mit Super Aussichten ins Tal belohnt, aber spätestens wenn man die 60km überschreitet sehnt man sich nur noch nach Flachland. Aber im Detail:

Los geht's in Joachimsthal erst einmal auf der Straße, aber zum Glück selten Autos in Sicht, ich


glaube sogar mehr Rehe auf der Straße gesehen zu haben. Dann ab Glambeck wieder auf Radwegen. Die Umgebung wechselt zwischen Feld und Wald, vorbei am Wolletzsee mit Super sauberen Wasser, dann


an Fischteichen vorbei, und ab ins "Gebirge", weil spätestens ab hier fährt man gefühlt nur noch Berg auf.

Und wieder einmal fällt die Strecke zur Autobahn negativ auf, schlechter Waldweg und Stuckerflaster, sogar über


mehrere Kilometer.

Danach geht's im Wechsel, wenig befahrene und gut ausgebaute Radwege weiter. Vorbei an Ober und Unteruckersee sind wir auch schon in Prenzlau ! Hier wartet der Marktberg und für uns eine erquickende Dusche.


Mensch und Maschine beginnen dann doch langsam zu leiden. Ein Mitstreiter klagt über Knieprobleme und Insektenstiche, mein Rad ächzte auf den letzten Kilometern arg verdächtig. Die Ausschilderung der Strecke war lückenlos und gut!

Das Wetter meinte es bis jetzt extrem gut mit uns, hoffentlich bleibt das so.

Unsere Unterkunft in PRenzlau ist sehr gut und die Inhaber Mega freundlich, nach dem Reinfall gestern, wirklich ein echtes Highlight. Nach gemütlichen grillen mit alten Bekannten aus Prenzlau ging's dann ins Bett.

Heute steht nun der längste Leidensweg bevor, Schaun wa mal.

Position:Schwedter Straße,Prenzlau,Deutschland

Mittwoch, 4. August 2010

Tag Eins

Der erste Tag der Reise ist vorbei und ich zeige mich vom Radweg her wirklich begeistert!

Los ging's mit einer Portion Verwirrung in Bernau, aber zum Glück führte der eTrex uns da ganz gut raus! Ohne Navigation halte ich aber den Start in Bernau für sehr unübersichtlich.


Kurz hinter Bernau geht es dann ab in den Wald und dann Kilometer um Kilometer immer der Nase nach. Die Wege sind meistens betonierte Strecken, ab und zu mal Kiesweg, aber nie wirklich richtig schlecht, Zuckersand: Fehlanzeige! Etwas nervig war der Stuckerdamm bei der Brücke über die A11.


Landschaftlich gab es sehr viel Wald zu sehen, ab und zu auch mal eine Lichtung und ganz selten sogar mal Häuser und sowas wie eine Ortschaft.

Ab dem Oder Havel Kanal ist nun vermehrt Wasser zu sehen und damit auch ja mehr was für mich. Leider teilten zumindest an diesem Tag meine Mitstreiter meine Begeisterung für die Umgebung nicht und wollten lieber schnell durchrauschen, Schade!


Ab Rosenbeck ging's immer am Werbellin Kanal entlang und dann schließlich zum Werbellinsee. Ab hier immer am See entlang. Der Weg hier war extrem hügelig, was für schöne Aussichten sorgte, aber auch die Knochen schmerzen ließ.



Kurz vor unserem heutigen Ziel, gabs dann nochmal einen Mordsanstieg, da kommt man schon mal ins schwitzen.

Die Strecke heute war wirklich Top und ist auch mal ein Tipp für eine Tagestour: immer beste Radwege und so gut wie nie direkt auf der Straße.

Das Wetter war fürs radeln wirklich ein Traum heute, hoffentlich bleibt das die Tage so!

Das Material hat gut durchgehalten, keine größeren Pannen, nur eine Kette musste gegen quietschende Nervgeräusche geschmiert werden.


Die Unterkunft scheint ein Mekka für Spinnen zu sein, allein im Bad habe ich vier Stück entdecken dürfen, Spiderman hätte seine wahre Freude. Aber das Essen ist gut und günstig.

So das war's für heute,
Marco

Position:Seerandstraße,Joachimsthal,Deutschland

Dienstag, 3. August 2010

... und morgen gehts schon los

Hallo Leute,

morgen geht die Radtour von Berlin nach Usedom schon los. Kaum zu glauben, dass wir so kurzfristig sogar noch überall einen Schlafplatz gefunden haben. Schließlich haben wir uns erst am Wochenende dazu druchgerungen tatsächlich die Reise anzutreten.

Heute noch schnell die Etappen geplant, Sachen gepackt und ein paar Kleinigkeiten gekauft und schon kanns morgen losgehen.

Die Ausrüstung ist nicht spektakulär:

Mein Fahrrad, zwar nur geborgt, da ich mich nicht getraut habe, mit meiner alten Krücke loszufahren.





Dazu als Orientierungs- und Dokumentationshilfe den guten alten Garmin eTrex Legend HCx gefüttert mit der sehr guten Radkarte aus der OSM ( Infos hier ) und gespeist von zwei AA Batterien der Marke Kaufland "Billiger geht's nimmer"!
Für den Transport von allen Packenoten kommt meine Lieblings-Ortlieb-Fahrrad-Rucksack-Tasche zum Zuge.


Da es mit nur einer Tasche ein wenig knapp werden könnte, kommt noch eine geliehene
Back-Roller-Plus-Tasche dazu (Liebe Grüße an Maja!). Zum Bloggen und für ein paar Schnappschüsse werde ich zum iPhone greifen, daher verzeiht schon jetzt die miese Bildqualität und die tausenden Tippfehler.

Insgesamt sind ca. 200km zurückzulegen, wobei drei Übernachtungen anstehen und am letzten Tag eine gemütliche Zugreise den Abschluss bildet. Die Besondere Herausforderung lauert am Tag drei der Reise, denn es ist die längste und nachdem was mir heute berichtet wurde, die Strecke mit den meisten Bergetappen.

Die geplante Route findet ihr hier: Route bei Google Maps

Genug geschwafelt, ich werde jetzt noch einmal meine Knochen bei einem gemütlichen warmen Bad entspannen und dann den Tag ausklingen lassen.

Dann bis morgen,
Marco